im Rahmen des Förderprogramms LEADER/ELER liegen für 4 Projektpartner auf der Grundlage der Kooperationsvereinbarung zu einem gebietsübergreifenden Kooperationsprojekt seit 18.9.2026 die Zuwendungsbescheide der Investitionsbank Sachsen-Anhalt vor.
LEADER Kooperationsprojekt: „Klimafitte Gärten und klimafitte öffentliche Grünräume – gemeinsam entwickeln und stärken – Klimawandel geht uns alle an “ in Sachsen-Anhalt
In der LAG Westliche Altmark e.V., Projektpartner gARTenakademie Sachsen-Anhalt e.V. (als federführender Leadpartner) mit dem Projekt „Beton-Knacker – entsiegeln und grüne Inseln schaffen!“, in der LAG Flechtinger Höhenzug und Drömling e.V., Projektpartner Gemeinde Hohe Börde mit dem Projekt „Weltacker Idee angekommen in der Hohen Börde“, In der LAG Anhalt, Projektpartner LandLebenKunstWerk e.V. mit dem Projekt „Vom Wachsen und Werden – Lebenskunst in Zeiten des Wandels“ und in der LAG Unteres Saaletal und Petersberg e.V., Projektpartner Mösthinsdorfer Heimatverein e.V. Wildtulpe mit dem Projekt „Artenreiche letzte Ruhestätte – der Friedhof ein Ort für Alle“
Projektziele
Grünräume – egal ob privat oder öffentlich oder kommunal – haben das große Potenzial für Biodiversitätsförderung, Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen.
EU-Bürgerinnen und Bürger wollen Klimaschutz und Klimawandelanpassung und wir wollen mit unseren Bausteinen Lösungsansätze liefern.
Basis Eurobarometer vom 30.6.2025: 85 % der Europäerinnen und Europäer sehen den Klimawandel als ernstes Problem, und 81 % unterstützen das Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Mit ökologischen Gärten und öffentlichen Grünräumen schaffen wir sofort wirksame Maßnahmen für die Erhöhung der Biodiversität, Klimaresilienz und Verbesserung der Lebensqualität. 92 % der Europäerinnen und Europäer geben an, bereits individuelle Beiträge zum Klimaschutz zu leisten, etwa durch bewusstes Konsumverhalten oder Mobilitätsentscheidungen.
In den vier LAGen in Sachsen-Anhalt werden Teilbereiche in den Handlungsschwerpunkten (festgeschrieben in den entsprechenden LES) zum übergeordneten Thema: „Klimawandel geht uns alle an – gemeinsam entwickeln und stärken“ entsprechend herausgearbeitet werden. Dazu sollen Inhalte zur ökologischen Nachhaltigkeit und zum Klimawandel, Folgen und Maßnahmen herausgestellt und querschnittsorientiert (u.a. Bildung, Daseinsvorsorge, Tourismus, Naturschutz, investive Maßnahmen, Unternehmen) betrachtet, entwickelt und verbreitet werden.
Die Kooperationspartner haben sich zum Ziel gesetzt, Gärten und öffentliche Grünräume klimafit zu gestalten, ökologisch nachhaltig und zukunftsorientiert zu entwickeln, um sie für Bewohner wie Besucher attraktiv zu präsentieren und interessierte Menschen auf ihrem Weg zum naturnah gestalteten Garten zu begleiten.
Mit der Entwicklung von Maßnahmen zum Klimaschutz und Klimaanpassung in ausgewählten Modellprojekten sollen Menschen vor Ort aktiv zum Thema Klimafitte Grünräume angesprochen und als Multiplikatoren gewonnen werden:
- wie Baustein „Betonknacker“ Entsiegelung und Schaffung von ökologisch wertvollen Inseln im urbanen Raum im lokalen Wettbewerb,
- wie Baustein „Weltacker“ in der Börde umzusetzen, um Bewusstsein für den landwirtschaftlichen Fußabdruck zu bilden,
- wie Aufbau eines gebietsübergreifenden Netzwerkes für nachhaltige Selbstversorgung, Bildung und Biodiversität,
- wie Baustein „Artenreiche letzte Ruhestätte – der Friedhof ein Ort für Alle“ beispielhalt als öffentlicher Grünraum zu entwickeln als Pilotprojekt für Bestattungskultur, Kunst, klimaresiliente Vegetation, vom Rasen bis zum Baum,
- wie Schulung zum Gartenberater, Qualifizierung und Auszeichnung von Gärten mit der NATUR im GARTEN Plakette und Entwicklung von Gärten zu NATUR im GARTEN Schaugärten als ökologische Bildungsorte für Bewohner und Besucher.
Projektaktivitäten
Zu den wesentlichen Projektaktivitäten gehören die Erarbeitung von Bausteinbezogenen Konzepten/Studien, Produkten und Angeboten sowie die Durchführung und Teilnahme an Schulungen und Veranstaltungen. Im Rahmen des Projektes werden die Projektpartner/LAGn durch die gemeinsamen Aktionen miteinander vernetzt. Jeder Projektpartner trägt mit einem speziellen Thema einen Baustein zum Gesamtprojekt bei und wird zugleich in seiner Kernkompetenz gestärkt.
Gemeinsame Projektaktivitäten betreffen u.a. Koordinierung der Partner, die Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit (Corporate Design, Broschüre, Infoblätter, Internet-social-media Beiträge, verschiedene Werbematerialien), die Auftakt- und Abschlussveranstaltung sowie die Dokumentation des gesamten Projektes.
Im Rahmen von Angeboten mit kulturellen und informellen Veranstaltungen sollen die Ergebnisse der jeweiligen Bausteine die Aktion „Natur im Garten“ über die Regionsgrenzen hinaus bekannt gemacht werden – mit bürgerschaftlichem Engagement wie auch mit wirtschaftlichem Erfolg.
Zielgruppen
Zur Zielgruppe gehören insbesondere Mitarbeiter der Kommunen in Planung und Umsetzung von „grünen“ Projekten, private Gartenbesitzer, Kinder, Jugendliche, Familien, Senioren, Experten und Laien, gärtnerische Ausbildungsstätten, an Ökologie und Nachhaltigkeitsthemen orientierte Verbände, Vereine und Arbeitsgruppen, Bewohnerinnen und Besucherinnen Sachsen-Anhalts.
Projektfortschritte
Die Aktionen und Veranstaltungen werden medienwirksam publiziert. Die Bevölkerung der Regionen werden aufmerksam gemacht und angeregt, an Workshops der jeweiligen Bausteine der Partnerregionen mitzuwirken, (Schau-)Gärten und öffentliche Grünräume aus eigenem Antrieb zu besuchen und sich zum ehrenamtlichen Mittun entschließen.
Beschreibung der für die Zielgruppe und für die beteiligten Gebiete zu erwartende Ergebnisse (Mehrwert):
In den vier beteiligten LAG-Regionen gibt es ähnlich gelagerte Anforderungen und Fragestellungen zum Thema Klimawandel, Klimaanpassungsmaßnahmen, ökologisch nachhaltige Gestaltung, Pflege und Bewirtschaftung von Gärten und öffentlichen Grünräumen. Der Erfahrungsaustausch und die gemeinsam durchgeführten Aktionen eröffnen ein größeres Entwicklungspotenzial in den beteiligten Leader-Regionen aufgrund der Erkenntnis über die Notwendigkeit, Bewohner und Besucher für gärtnerische und ökologische Fragen zu sensibilisieren und entsprechende Angebote zu schaffen. Außerdem wird durch die vernetzten Aktionen das bottom up Prinzip gestärkt und Anreize für ökologisch nachhaltiges Gärtnern geschaffen.
Die Projektpartner werden durch die Schulungen zu Natur im Garten umfassend qualifiziert und darüber zu Multiplikatoren der Aktion. Durch die Entwicklung und Präsentation spezifischer Projektthemen werden die Partner in ihrer Kernkompetenz gestärkt und mit einem weiteren Alleinstellungsmerkmal ausgestattet werden.
Das Kooperationsprojekt untersetzt die in den jeweiligen LES aufgezeigten Handlungsfelder und Ziele. Mit der Entwicklung klimaangepasster, ökologisch gestalteter und gepflegter Grünräume wird die Bewahrung des historischen und kulturellen Erbes unterstützt sowie neue touristische Angebote geschaffen. Der Mehrwert besteht in der Chance eines gemeinschaftlichen Handelns über Regionsgrenzen hinweg und Ermöglichung eines breit angelegten Wissens- und Erfahrungsaustausches.
Die Projektaktivitäten werden zur Erhöhung der Biodiversität und Artenvielfalt, zum Boden-, Wasser-, Klima- und Ressourcenschutz sowie zur Steigerung der touristischen Wertschöpfung in den Regionen beitragen. Klimarelevante ökologisches Wissen wird in einer für die breite Öffentlichkeit interessanten Form neu zugänglich gemacht und themenbezogene Schulungen werden das Bildungsangebot im Umweltsegment bereichern.
Zeitraum der Projektdurchführung: September 2026 bis September 2028
Inhalt der Partnerprojekte
„Beton-Knacker – für ein grüneres Wohnumfeld“ – ist eine Initiative zur Reduzierung von versiegelten Flächen wie Beton, Asphalt und Pflastersteinen in Städten und Gemeinden. Ziel ist es, diese Flächen durch natürliche Vegetation wie Bäume, Sträucher, Blumen oder Rasen/Wiesen zu ersetzen, um eine gesündere, klimaresiliente und biodiversere Umgebung zu schaffen.
Der „Weltacker der Gemeinde Hohe Börde“ soll ein Anlaufpunkt für Schulen, junge Familien und auch ältere Menschen, mit einem Interesse an der Landwirtschaft, gesunder Ernährung und Essensherkunft sein. Vor allem für Schulklassen aber auch Kindergartengruppen bietet der Weltacker eine in Sachsen-Anhalt einzigartige Gelegenheit, um in den freien praktischen Erfahrungen zu machen. Darüber hinaus wird auch für Erwachsenen-Gruppen ein interessanter Lernort geschaffen, an dem sowohl erfahrende Profi-Gärtner als auch Garten-Anfänger vieles lernen können.
Ziel ist es den Weltacker bei Schulen, Kindergärtnern und auch anderen Organisationen und Institutionen überregional als Bildungs- und Erlebnisort bekannt zu machen.
„Vom Wachsen und Werden – Lebenskunst in Zeiten des Wandels“
In einer Zeit, in der vieles sich wandelt, möchten wir uns rückbesinnen auf das, was trägt: gemeinsames Arbeiten mit der Erde, Kochen aus dem, was die Saison schenkt, das Gespräch unter Bäumen, das Staunen über das Kleine. Unser Projekt lädt ein, eine Kultur des Teilens, der Selbstsorge und des Miteinanders zu pflegen – leiblich, erfahrbar und sinnlich. Hier entsteht kein Produkt, sondern eine Praxis des guten Lebens. Das Projekt verbindet Gartenpraxis, Kochen im Jahreslauf und gemeinschaftliche Kulturformate zu wiederholbaren Lern- und Erfahrungsangeboten. Ziel ist es, den Umgang mit Klimawandel und gesellschaftlichem Wandel als gemeinsame kulturelle Aufgabe erfahrbar zu machen – leiblich, alltagsnah und gemeinschaftsstiftend.
„Artenreiche letzte Ruhestätte – der Friedhof ein Ort für Alle“ umfasst die Idee, den Friedhof als einen multifunktionalen Lebensräume-Park zu entwickeln, der sowohl den Bedürfnissen der Trauernden als auch den Bedürfnissen von Pflanzen und Tieren gerecht wird. Dieser innovative Ansatz fördert die Artenvielfalt, berücksichtigt die Herausforderungen des Klimawandels und schafft einen Raum, in dem Menschen und Natur harmonisch koexistieren können.
Das Hauptziel des Projekts ist die Qualifizierung eines Friedhofs, der als Lebenswege-Park fungieren soll. Dieser Ort soll dazu einladen, die Themen Geburt, Leben und Tod in einem positiven Licht zu betrachten. Durch die Integration von Pflanzen, Oasen, Skulpturen und Sinnensprüchen soll eine Atmosphäre des Verweilens, Trauerns, Genießens und der Ruhe entstehen. Zudem soll der Friedhof als Rückzugsort für Tiere und Pflanzen dienen und die Biodiversität fördern.
Aufgestellt 24.9.2026
Christa Ringakmp
gARTenakademie Sachsen-Anhalt e.V.

